Bronze für Elise Fragel – sportliche Fairness beeindruckt bei Deutscher Meisterschaft

2. November 2026 | Sport

Elise Fragel vom SV Essel mit Bronzemedaille und Urkunde bei der Deutschen Meisterschaft im Blasrohrsport 2026 in Osterode

Blasrohrsport: Nachwuchsschützin überzeugt in Osterode – Trainingsgruppe des SV Essel etabliert sich in der nationalen Spitze

Osterode. Rund 1.050 Sportlerinnen und Sportler aus dem gesamten Bundesgebiet, 20 Meistertitel und drei Tage spannender Wettkampfsport: Die Deutsche Meisterschaft im Blasrohrsport vom 30. Oktober bis zum 1. November in Osterode war der Höhepunkt der Saison. Besonders erfolgreich präsentierte sich dabei die Blasrohrtrainingsgruppe des SV Essel, die mit starken Einzelleistungen und bemerkenswerter mannschaftlicher Breite auf sich aufmerksam machte.

Eine besondere Erfolgsgeschichte schrieb Elise Fragel. In ihrer Altersklasse bewies die Nachwuchsschützin ihr Können und sicherte sich mit einer hervorragenden Leistung die Bronzemedaille. Damit durfte sie sich über einen Platz auf dem Siegerpodest bei den nationalen Titelkämpfen freuen.

Neben dem sportlichen Ergebnis blieb insbesondere eine Situation während des Wettkampfes in Erinnerung. Als ihre direkte Sportkonkurrentin um Platz 1 eine Zehn erzielte, den Pfeil aber vor der offiziellen Wertung schon aus der Scheibe zog, zeigte Elise eine bemerkenswerte sportliche Haltung und erkannte deren Wertung fair und anerkennend an. Gerade in einem Wettbewerb, in dem jeder Ring über die Platzierung entscheiden kann, ist eine solche Geste keineswegs selbstverständlich. Sie verdeutlicht, dass sportlicher Erfolg und Fairness untrennbar zusammengehören. Nicht allein das eigene Ergebnis zählt, sondern auch der respektvolle Umgang mit den Leistungen der Konkurrenz. Eine Einstellung, die mindestens ebenso viel Anerkennung verdient wie die gewonnene Medaille.

Dass die Esseler Trainingsarbeit inzwischen auch national Früchte trägt, unterstreichen die Gesamtergebnisse der Trainingsgruppe. Eine Besonderheit dabei: Die Blasrohrtrainingsgruppe des SV Essel setzt sich aus Sportlerinnen und Sportlern verschiedener Schützenvereine zusammen. Dieses vereinsübergreifende Trainingskonzept zahlt sich zunehmend aus. Gleich sechs Teilnehmer aus der Gruppe schafften bei der Deutschen Meisterschaft den Sprung unter die besten zehn ihrer jeweiligen Altersklasse. Weitere acht Sportlerinnen und Sportler erreichten die Voraussetzungen für das Meisterschaftsabzeichen des Deutschen Schützenbundes, das an die besten 30 Prozent einer Altersklasse vergeben wird.

Diese Bilanz ist ein eindrucksvoller Beleg für die sportliche Entwicklung der Gruppe. Die Trainingsgemeinschaft hat sich mittlerweile fest in der nationalen Spitzengruppe des Blasrohrsports etabliert. Dass Sportler unterschiedlicher Vereine gemeinsam trainieren und bei nationalen Meisterschaften solche Ergebnisse erzielen, zeigt zugleich, welches Potenzial in vereinsübergreifender Zusammenarbeit und gezielter Nachwuchs- und Leistungsförderung steckt.

Die Deutsche Meisterschaft in der Lindenbergsporthalle in Osterode zeigte einmal mehr, wie breit sich der Blasrohrsport inzwischen entwickelt hat. Von den jüngsten Schülerklassen bis zu den erfahrenen Seniorinnen und Senioren waren alle Altersgruppen vertreten. Die Wettkämpfe verlangten den Teilnehmenden vor allem Konzentration, Ruhe und Präzision ab.

Eine besondere Rolle spielte dabei auch die jüngste Teilnehmerin der diesjährigen Deutschen Meisterschaft: Juljana Stapel vom SV Uetzingen. Mit gerade einmal sieben Jahren gehörte sie zum Teilnehmerfeld der nationalen Titelkämpfe und machte deutlich, dass der Blasrohrsport bereits die Jüngsten begeistert. Ihr Start war ein schönes Zeichen für die Zukunft der Disziplin und die Bedeutung einer frühzeitigen Nachwuchsförderung.

Auch der Deutsche Schützenbund setzte ein Zeichen der Anerkennung: Stefan Rinke, DSB-Vizepräsident Jugend, vergab im Rahmen der Veranstaltung einen Ehrenpreis an Juljana Stapel. Damit wurde auch das Engagement für den Nachwuchs und die Weiterentwicklung des Sports gewürdigt.

Juljana Stapel vom SV Uetzingen, die jüngste Teilnehmerin der Deutschen Meisterschaft im Blasrohrsport 2026, mit DSB-Vizepräsident Stefan Rinke in der Sporthalle in Osterode
Juljana Stapel mit DSB-Vizepräsident Stefan Rinke – Foto NSSV, freigegeben durch NSSV und Eltern

Die nationale Spitze rückt enger zusammen

Auch die beiden Vereinstrainer Bodo Lohmann und Axel Pralle ziehen ein positives, zugleich aber durchaus anspruchsvolles Fazit der Meisterschaft. Die stark steigende Teilnehmerzahl und die Ergebnisse in den einzelnen Altersklassen verdeutlichen aus ihrer Sicht die rasante Entwicklung des noch jungen Blasrohrsports.

„Vor zwei Jahren waren Ergebnisse von 590 Ringen mit 60 Wertungspfeilen noch eine Ausnahme. In diesem Jahr musste man bereits 590 Ringe erreichen, um überhaupt unter die besten zehn zu kommen“, beschreiben die Trainer die Leistungsentwicklung. Mit Ausnahme der jüngsten Schülerklassen II und III waren sogar mindestens 593 Ringe erforderlich, um realistische Chancen auf eine Medaille zu haben. Besonders deutlich wurde das Leistungsniveau in der Herrenklasse III: Hier reichten selbst 598 Ringe nicht mehr für einen Platz auf dem Bronzerang.

Die Meisterschaft in Osterode bot somit weit mehr als sportliche Ergebnisse und Medaillen. Sie zeigte, dass der Blasrohrsport von Leistungsbereitschaft, Gemeinschaft und gegenseitigem Respekt lebt – Werte, die gerade bei den jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine wichtige Rolle spielen.

Beitragsbild: Elise Fragel mit Bronzemedaille – Foto SV Essel

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